Aber es gibt doch das Nachgefühl gewisser Träume, deren rauschende oder drückende Art einem in vollem Umfang bewusst ist, ohne dass man sich der Details genau entsinnen kann. Eine undurchdringliche Dunkelheit umgibt diese Träume, durch die nur mitunter Stimmen zu hören sind, fremde und zugleich uralt vertraute Stimmen, wie sie das Kind vielleicht vor der Geburt von seiner Mutter vernimmt; ich persönlich meine diese ferne Stimme meiner Mutter tatsächlich zu erinnern – ich wüsste nicht, welche Frau sonst dort in meiner Erinnerung ständig sprechen sollte. So in etwa leben Teile dieser Geschichte in mir, und ich schreibe sie auf, ich vergegenwärtige sie mir, auch, um mich von ihnen zu befreien. Und von dir, Mutter.

Im Übrigen bin ich einsam und habe nichts zu tun, außer zu gesunden.

Vielleicht trauere ich auch. Es gibt Verluste, die einem ohne Unterlass im Blut beben. Verluste, über die man noch im Schlaf erschrickt.

Svenja Leiber

Schipino