»Man müsse also ein Bergwerk graben. Aber unter Treibsand, unter ein schwimmendes Gebirge.«

 

 

 

 

 

 

Kazimira, 2021, Suhrkamp Verlag

Nominiert für den Alfred-Döblin-Preis

 

Über sieben Jahrzehnte begleitet der Roman das Leben einer Frau, die sich beharrlich weigert zu tun, was die Gesellschaft ihr abverlangt, die nicht die Rollen akzeptiert, die für sie vorgesehen sind. Vor dem Hintergrund der Industrialisierung des Bernsteinabbaus an der Baltischen Ostsee im 19. Jahrhundert, dem gleichzeitigen Erstarken des Antisemitismus, welcher auch den Betreiber des Bernsteinwerkes und seine Familie trifft, bis hin zur Bestimmung der Nazis von „unwertem Leben“, wird sie schließlich Zeugin der deutschen Verbrechen an der „Annagrube“, im heutigen Russland.

 

Kazimira ist die Geschichte einer Frau und ihrer Gefährtinnen, die Geschichte einer Auflehnung, eine Grabung in Sedimente patriarchaler Gewalt.

Svenja Leiber